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21. Februar – Tag der Muttersprache

Natürlich, Muttersprache muss geschützt werden. Doch der seit 2000 begangene Aktionstag der UNESCO richtet sich weder gegen ideologisch motivierte Eingriffe in gewachsene Sprache noch gegen moralisch sanktionierte Wortverbote, die an unserer Muttersprache nagen. Dass es überhaupt noch „Tag der Muttersprache“ heißen darf, grenzt bereits an ein kleines Wunder.

Stattdessen lautet das diesjährige Thema „Mehrsprachige Bildung“. Mehrsprachigkeit ist unzweifelhaft ein Gewinn – im globalen Handel, in Wissenschaft und Diplomatie. Die gemeinsame Landessprache jedoch ist als verbindende Mehrheitssprache Fundament staatlicher Ordnung und kultureller Identität. Wenn in zweiter oder dritter Generation die Umgebungssprache nicht sicher gesprochen wird, darf das durchaus als Symbol einer bewussten Ablehnung der Mehrheitsgesellschaft gelesen werden.

Unsere Muttersprache, die Sprache der Dichter und Denker, kann jeder von uns aktiv schützen – ganz einfach: indem er sie bewusst spricht und dort einfordert, wo sie Landessprache ist. Sprache überlebt, wenn sie ganz selbstverständlich im Alltag gesprochen und geschrieben wird.

Unser Land. Unsere Muttersprache. Unsere Verantwortung.

Dafür zu sorgen, dass sie in Deutschland Mehrheitssprache bleibt, ist keine Nebensache, sondern eine Frage kultureller Selbstbehauptung – über kommende Generationen hinweg.